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Blick zum Lilienstein um 1810  (Christian Gottlob Hammer) Stadtmuseum Pirna
Ortsgeschichte
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Vom Ausgedinge
Bestandteil eines Kaufvertrages von 1830 in Prossen ist auch die Vereinbarung über das Ausgedinge.
Es ist ein Erbvertrag, welcher die Unterstützung des Verkäufers regelt:

Zum alljährlichen Ausgedinge
hat sich Meihnert für sich und sein Eheweib, besage
voriger Käufe auf beiderseitige Lebenszeit
vorbehalten:  das Stübchen zu seiner Bewoh-
nung, und übrig (über) dem Stübchen das Kämmerchen
zu gebrauchen, welches Stübchen und Kämmer-
chen Meihnerts Eheweib, da ferner sie ihren Ehe-
mann überleben sollte, ebenfalls zu ihrer Be-
wohnung und Benuzung auf Lebenszeit inne be-
halten soll.
        Ferner verspricht Käuferin Ausgedingern
ein Fleckchen im Stalle für eine Ziege einzu-
räumen, sowohl ein Stückchen Acker 16. Ellen
lang, und 16. Ellen breit, und hierzu ihm all-
jährlich 15. Körbe Dünger zu geben, auch ein
Fleckchen im Keller hinten, 2. Ellen lang und 2.
Ellen breit, und den 3.ten Theil vom Obste, es ha-
be Namen wie es wolle, so Gott was bescheret,
ohnweigerlich zu geben, auch ein Fleckchen in
der Scheune sein Futter zu legen, und die
Knotten zu riffeln, ein Fleckchen auf dem Bo-
den seinen Flachs und Knotten daselbst zu
haben, ein Fleckchen sein Holz zu sezen, auch
zu allen und insbesondern zu den Stückchen
Acker, freyen Weg und Steg.   Wenn Ausge-
dinger Meihnert für sich backen will, so muß
er sich das Backholz selber schaffen.  Wenn
Ausgedinger Meihnert verstirbt, so verspricht
Käuferin deßen Eheweibe dann und wann 1.
oder 2. Brode mit zu backen und 1. Gebund Flachs
mit einzustecken.
        Nach Meihnerts und deßen Eheweibes Tode
soll deßen Tochter Johann(a) Christiana Meihnertin,
welche bei der Eltern Lebzeiten ihre freye Herber-
ge bey den Eltern behält, ihren Aufenthalt mit in
Käufers Stube haben, bis sie sich verehelichet,
aber das Kämmerchen über dem Stalle, soll ihr
gänzlich bleiben, bis sie sich verehelichet, um
ihre Sachen darinnen zu haben, auch frei ein-
und auszugehen.